Einst Insider-Witz unter Ärzten, heute kassenfähiges Milliardengeschäft: der Zungenschrittmacher

Berlin. – Es war das Jahr 1999. Uwe Hansuw, damals noch BWL-Student, jobbte als Aushilfskellner auf dem Berliner Ärzteball im Festsaal des Rathauses. “Es war reiner Zufall”, erinnert sich Hansuw, “ich arbeitete hinter der Theke. Zwei Junge Chirurgen saßen vor mir auf Barhockern und tauschten Schwestern-Witze aus. Irgendwann kam das Gespräch dann auf die OP-Schwestern. Und Oralsex im Nachtdienst.

‘Magda, die Polin!’, meinte der eine.

‘Nee’, erwiderte der andere, ‘da müsste man erstmal einen Zungenschrittmacher implantieren!’

‘Haha! Wie soll das denn gehen?’

‘Na, wie ein Herzschrittmacher. Nur mit der Zunge verkabeln.’

Ich dachte sofort: Die Idee patentiere ich! Und hab’s auch gemacht!”

Es sollten noch zehn Jahre vergehen, ehe sich Hansuws Geschäftssinn auszahlte. Mittlerweile ist die Operation kassenfähig. “Und ich bin Milliardär!”, lacht Hansuw.

Einzige Verlierer im Spiel: Natürlich die Patienten. Vor allem ihre Zungen. “Seine Alte freut sich, dass er nicht mehr schnarcht”, erklärte etwa die Zunge von Michael W. “Aber er schläft sehr schlecht mit diesen ständigen elektrischen Impulsen. Und ich komme überhaupt nicht mehr zur Ruhe. Bin völlig hypertrophiert. Drauf und dran, zu entarten.”

Uwe Hansuw indes ist weiterhin im Medizingeschäft tätig und hat ein neues Patent im Auge. “Details kann ich noch nicht verraten”, sagt er. “Nur soviel: Es geht um ein Medikament gegen die Nebenwirkungen eines Medikaments gegen die Nebenwirkungen von Aspirin.”