Mann, der nur rumstand, ist infektiös: Neuro-Covid in Dortmund ausgebrochen, Mitarbeiter stehen auch nur noch einfach so rum

Dortmund. – Letzte Woche war der 34-jährige Mirko S. per richterlichem Beschluss in die Psychiatrie eingeliefert worden, nachdem er von zahlreichen Anwohnern dabei beobachtet worden war, wie er an der Kreuzung Borsigstraße/Schlosserstraße stundenlang einfach so rumgestanden hatte (WR hatte berichtet). 

Schon am zweiten Tag seines stationären Aufenthalts begannen Mitpatienten auf der geschossenen Station, ebenfalls einfach so rumzustehen:

“Erst einer, dann zwei, schließlich alle Patienten. Nicht nur das, an Tag 4 der Behandlung des Mirko S. griff die Störung auch auf Teile unseres Personals über. Stationsschwester Heike und Dr. Fred Funke, der behandelnde Psychiater von Mirko S., standen kurz vor der Suspendierung, weil sie den ganzen Dienst lang einfach nur rumstanden. Wir wussten nicht mehr, was tun. Dann rief Drosten an.”

“Es ist Neuro-Covid”, erklärte Drosten gestern Nachmittag auf einer Pressekonferenz im Dortmunder Rathaus. “Die Blut- und Liquortest-Ergebnisse sind eindeutig.”

Das gesamte Gebäude wurde unter Quarantäne gestellt, die Bundeswehr flog  jüngst entwickelte antivirale RNA-Medikamente und -Impfstoffe per Hubschrauber aus Berlin ein. 

Einziges Problem: Die Erkrankten verweigern allesamt die Behandlung. “Ich bin kerngesund”, erklärte Dr. Fred Funke in einem telefonischen Interview. “Nur die Perspektive ist jetzt eine andere. Ich blicke jetzt von Außen auf die Welt, wo ich vorher drin zu sein meinte. Es kommt mir jetzt alles wie ein Traum vor. Ein ziemlich idiotischer Traum. Absurd in jeder Hinsicht. Umso erleichterter bin ich, raus zu sein.”

Auch Schwester Heike S. will nichts von einer Behandlung wissen: “Mir ging’s noch nie so gut. Es ist, als stehe die Zeit still. Oder als stehe ich zum ersten Mal still, so dass der ganze Stress, die ganze Angst von mir abfällt und endlich Frieden ist.”

Oberarzt Dr. Stefan Heinrich, eigentlich für die Organisation und Durchführung der systematischen antiviralen Behandlung der in Quarantäne befindlichen Patienten und Mitarbeiter vorgesehen, scheint mittlerweile auch infiziert zu sein. Den ganzen Vormittag lang stand er regungslos auf dem Dach des sechsstöckigen Gebäudes rum und starrte in die Wolken. Als er gegen Mittag der Menge der Schaulustigen gewahr wurde, die sich jenseits der Absperrung versammelt hatten und ihn per Handy filmten, winkte er ihnen fröhlich zu: “Ich bin Oberarsch Heinrich!”, lachte er und zeigte unter dem Gejohle der Filmenden seinen nackten Hintern.

Viele der Videos gingen viral. Auch aus dem inneren des Gebäudes tauchen regelmäßig neue Videos auf. “Ich bin Frank”, sagt ein Patient in die Kamera. “Schizophren. In meinem Verstand, in der Matrix gefangen. Seit 25 Jahren. Und heute, heute bin ich zum ersten Mal frei von ihr. Ich sitz zum ersten Mal gemütlich im Kinosessel und schau mir entspannt den Film an. Lasst mich meinetwegen hier eingesperrt. Aber zwingt mich nicht zurück in die Matrix! Jagd euch eure Spritzen selbst in den Arsch!”

Auch dank Frank P.’s Appell wächst der Unmut der Bevölkerung angesichts der geplanten Zwangsmedikation der Infizierten rasant. So etwa bei Achim G. aus Herdecke, einem der Schaulustigen, der sich extra frei genommen hat, um sich das Spektakel aus der Nähe anzuschauen: “Mich hat das Interview mit dieser depressiven Patientin sehr berührt. Diese Mareike, die meinte, die Steine, die ihr auf dem Herzen lägen, seien jetzt viel leichter zu tragen, weil die seifenblasenartige Essenz des Daseins enthüllt worden sei.”

Von umliegenden Dächern stiegen im Laufe des Tages immer öfter Drohnen in den Himmel und landen verbotenerweise auf dem Dach des abgesperrten Gebäudes. Geliefert werden unter anderem Döner und Pizza, Cola und Bier. “Die Infizierten sind einfach nicht beängstigend”, erklärt Soziologie-Professor Dieter Sacks das Geschehen, “und so werden die Menschen auch nicht hysterisch. Und wo sie nicht hysterisch sind, da ist ihnen die äußere Autorität schnuppe. Der angstlose Mensch sympathisiert nie mit dem System. Er sympathisiert immer nur mit den Menschen. Deshalb wird das System ja so hysterisch, wo Menschen die Angst zu verlieren drohen.”

Am frühen Abend wurden sämtliche umliegenden Häuser gestürmt, Experten des BKA installierten Störsender und Fangnetze. Seit Einbruch der Dunkelheit überwachen mit Projektilwaffen ausgestattete Bundeswehrsoldaten von Hubschraubern aus das Dach. Wie es jetzt weitergeht, ist derzeit völlig unklar. Eine Überlegung ist, die Insassen auszuhungern. “Wie in Gaza”, lacht Merz.