Frau (78) bringt als Hund verkleideten Ehemann (91) zum Tierarzt

Mainz. – Gegen 11 Uhr erschien am Montag eine ältere Dame mit ihrem Hund in der Tierklinik Mitte. “Sie wollte das Tier einschläfern lassen”, erklärte Dr. Michel, der diensthabende Arzt. “Der Hund sei schon alt und quäle sich nur noch, sagte sie. Im Untersuchungszimmer stellte ich dann schnell fest, dass es sich um einen alten Mann handelte, der sich ein Hundefell übergezogen hatte. Schließlich gestand sie: Es war ihr Gatte!”

“Es war meine Idee”, gestand der Mann auf Anfrage. “Es war auch nicht gelogen: Ich bin ein alter Hund und quäle mich nur noch. Gelenke, Herz, Lunge, alles im Arsch. Jetzt wurde auch noch Alzheimer diagnostiziert. Manchmal weiß ich nicht mehr, wer und wo ich bin. Es ist schrecklich. Auch für meine Frau. Sie schafft es nicht mehr. Ins Heim will ich aber nicht. Nur kann ich nicht einfach zu meinem Hausarzt spazieren und mir Phenobarbital spritzen lassen. Hab’s ja versucht, das dürfe er gar nicht, meinte er. Nur Tierärzte dürfen das. Nur Hunde haben ein Recht auf Erlösung. Wir Menschen nicht.”

Laut Polizei blieb der Mann uneinsichtig: “Ich fahr jetzt zum Bahnhof und besorg mir Fentanyl. Komm, Else!”

Das Ehepaar wurde per richterlichem Beschluss in die geschlossene Gerontopsychiatrie eingewiesen, ihr Dackel ins Tierheim gebracht.