Schiefer Ruf des Muezzins der Ditib-Moschee in Köln: Anwohner sammeln Geld für Gesangsunterricht

Köln. – “Er trifft weder die tiefen noch die hohen Töne”, beklagt Marlies S., in Ehrenfeld lebende Rentnerin. 

“Es tut weh”, stimmt Frank W., Musiklehrer an der Ehrenfelder Grundschule, zu: “Ich wohne 100 Meter Luftlinie von der Moschee entfernt und mache freitags die Fenster zu. Wegen des Fis. Wo er das hohe C treffen will, landet er beim fiesen Fis, und das tut in den Ohren weh. Manchmal korrigiert er sich dann, nur geht er dann zum Gis oder Cis hoch, aber er trifft halt nicht die vollen Töne.

Den Gesangsunterricht organisiert die türkische Ehrenfelder Familie Demir. “Wir halten es einfach nicht mehr aus”, erklärt Achmet Demir achselzuckend. 

Leider verweigert der Muezzin bislang den Unterricht. “Er ist beleidigt”, bestätigt Achmet, “spricht nicht mehr mit uns. Sagt, er rufe seit 59 Jahren zum Gebet, und man habe 59 Jahre lang seine schöne Stimme gepriesen.”

Achmet habe schonend versucht, ihm die Gründe dafür nahezulegen: “In der Türkei sei es auch anders, erklärte ich ihm, da sei es völlig normal, dass die Menschen in einer solchen Angelegenheit aus Ehrfurcht und Höflichkeit lügen würden. In Deutschland sei man da eben pragmatischer. Auch als Muslim. Ich habe ihm die Unterschriftenliste gezeigt, 3245 Anwohner unterstützen, dass er Unterricht bekommt, die Hälfte davon Türken. Über 700.000 Euro wurden gespendet. Das zeige doch, habe ich zu ihm gesagt, wie verzweifelt die Leute seien. Er hat die Liste zerrissen, mich aus der Moschee geworfen und mir Hausverbot erteilt.”