Den Sprung wagen

“Das Problem der Menschheit liegt einzig im Missbrauch des Verstandes. Alle Schätze der Natur und des Geistes stehen dem Menschen offen, der seinen Verstand richtig zu nutzen weiß.”

Nisargadatta

Übrigens: Alles, was mit Außendarstellung zu tun hat, konzipiert und schreibt KI für uns – von Briefen an Leser, Autoren und Sponsoren über das Abo- und Kurs-Angebot bis hin zum Kunstliebe-Crowdfunding-Projekt. Das ist für uns die einzige Möglichkeit, sicherzustellen, dass euch Wahnsinnigen die ganze Sache hier zumindest ansatzweise normal vorkommt. 

Natürlich riecht ihr den Braten trotzdem. Zumal wir viele Schritte verweigern, die KI uns als aus ihrer Sicht  für den Erfolg unerlässliche Schritte zu unternehmen empfiehlt:

1. Geht dorthin, wo sich Suchende bereits aufhalten – YouTube, Kanäle zur Nondualität, Podcasts zum Thema Nondualität (als Gast), Facebook-Gruppen. Setzt von dort aus Links zu eurer Seite. 
2. Schreibt Beiträge, die auf Suchanfragen wie “Was ist Nondualität?”, “Wie meditiere ich richtig?” oder “Wie werde ich glücklich?” “ausgerichtet sind.
3. Schreibt ein Impressum, zeigt ein menschliches Gesicht. Ein Foto, ein Name, eine persönliche Geschichte, eine echte Stimme. Selbst ein einfacher, monatlicher Zoom-Satsang – aufgezeichnet – schafft mehr Vertrauen als hundert Artikel.
4. Belebt das Forum. Ein leeres Forum wirkt wie ausgestorben; ein lebendiges Forum ist euer stärkstes Verkaufsargument. Beginnt am besten mit Leuten aus eurem eigenen Schreibkreis.

Für uns ist das alles aber völlig indiskutabel. Der Achselzucken-Schreibwettbewerb hat es ja gezeigt: Es gab viel Tamtam, aber es ist kein fruchtbarer weiterführener Dialog entstanden, die Leute wollten gesehen sein und ihren Text beurteilt wissen und hier und da noch die Texte anderer vergleichend beurteilen, das war’s. 

“Spirituelles” auf Youtube und Facebook und in Foren und die entsprechenden Diskussionen und Kommentare dazu – all das ist ebenfalls viel Tamtam und damit Maya/Egos Terrain. Dasselbe gilt für die vorgeschlagenen “vertrauensschaffenden Maßnahmen”. Gesicht und Namen zeigen? Zoom-Satsangs? 

Ich erzähle mal, wie ich meinen letzten Lehrer Jed McKenna – übrigens ein Pseudonym – gefunden habe. Ich war nach 20 Jahren spiritueller Reise völlig im Arsch und pleite und hoffnungslos und zurück im Keller meiner Mutter. Zwischen Meditationen und autolytischen Schreibeinheiten war ich im Internet unterwegs. Auf irgendeinem Herz-Liebe-Aufstieg-in-die-fünfte-Dimension-Portal fand ich einen Kommentar irgendeines jungen Typen aus Florida, der die anwesenden älteren Damen im Kommentarbereich darum bat, ihm mit den 1200 USD fällige Miete für sein Strandapartment zu helfen. 

Ich fand das unendlich witzig und überwies ihm das letzte Geld, das ich noch auf dem Konto hatte, so 200 Kröten. Er schrieb mir sofort zurück, dass sonst niemand gespendet hätte und er wohl ausziehen müsse, das sei aber egal, schließlich sei sowieso alles nur Traum, er wisse das und schreibe darüber und zwar auf dem Forum des “Invisible Guru”, das solle ich mir unbedingt anschauen. So fand ich meinen letzten Lehrer – und er einen der wenigen Schüler, die wirklich bereit waren, den Sprung zu wagen. 

Mit Zufall hatte das alles nichts zu tun. Das war mir auch direkt klar. Vom Leben auf so unwahrscheinliche und völlig unerwartete Weise dorthin geführt worden zu sein, reichte mir als “vertrauensschaffende” Tatsache völlig aus, und so meldete ich mich gleich an, und Jed und ich legten direkt mit der Arbeit los. Und es muss auch ausreichen, denke ich. Du musst schon reif genug sein, um dich navigieren zu lassen. Denn mit dir als Kapitän wirst du das Schiff doch nur wieder in Maya/Ego-Gewässer zurücksteuern – und am Ende allenfalls ein paar Runden auf ihrem Karussell gedreht haben.

Da die Selbsttäuschung viele Schichten umfasst, zieht sich der Sprung, von dem hier die Rede ist, normalerweise über Monate und Jahre und erfordert entsprechend gute Navigation. Nun ist es aber so, dass Maya/Ego das Terrain, auf dem der Sprung sich vollzieht, zum militärischen Sperrgebiet erklärt hat und geflissentlich umschifft, so dass ihr Kompass hier leider kontrproduktiv ist. 

Daher ist es fast schon unerlässlich, dass der Schiffsbrüchige sich mit jenem anderen, dem von Natur aus mitgegebenen Kompass, zumindest vertraut gemacht hat und das Widerspiel der beiden Navigationssysteme – dem intrinsischen und jenem, den die Welt dir in Herz und Hirn implantiert hat – aus Erfahrung kennt.

In einer weniger wahnsinnigen Welt würden wir schon als Kinder lernen, unsere Empfänglichkeit für den intrinsischen Kompass immer weiter zu verfeinern und entsprechend orientiert durchs Leben zu gehen. Hier wird dir nichts dergleichen an die Hand gegeben, hier musst du auf eigene Faust auf diese andere Weise fühlen, hören, sehen und gehen lernen. 

Das allein ist schon ein gewaltiger Sprung, der einiges an Sterben und Neugeborenwerden mit sich bringt. Jed nannte es Erwachsenwerden. Leider ist es unter den Menschen gar nicht bis kaum entwickelt. Entsprechend allein sind die Schiffbrüchigen in Maya/Egos Sperrgebiet unterwegs. Ein wenig Hilfe in Sachen Navigation dort, das ist alles, was wir hier bieten. Das Tamtam jenseits der schwer bewachten Grenze ist uns Schall und Rauch.

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