Offizielle Richtigstellung gemäß § 1 Abs. 1 Satz 2 Maya-GB

„Bewusstsein und Leben – beides kannst du Gott nennen; doch du stehst jenseits von beidem, jenseits von Gott, jenseits von Sein und Nichtsein.“

Nisargadatta

Du kannst nicht gegen den Staat wettern, ohne den Michel in die Verantwortung zu ziehen. Letztlich aber sind Staaten und Mitmenschen lediglich Traumobjekte – und so legst du dich in letzter Instanz nie mit den konkreten Objekten an, sondern stets mit jener Kraft, aus der heraus sie in Erscheinung treten – und das ist immer Maya/Ego.

Es ist nämlich so, dass du gar nicht gegen Staaten und Michels wettern kannst, ohne selbst in eine Rolle zu schlüpfen, als Subjekt dich zu generieren, das eine bestimmte Perspektive einnimmt. Ohne die Verkleidung als ein Ich wärest du nicht in der Lage, auch nur ein einziges Wort hervorzubringen, geschweige denn gegen dieses und jenes zu wettern – denn es fehlte die dafür nötige subjektive Perspektive, auf der alle Unterscheidungsfähigkeit beruht. Und diese Generation deiner selbst als Subjekt, als Ich, gelingt allein kraft Maya/Ego. 

Kraft Maya/Ego erscheint die Welt in dir. Und wenn du aus dem Traum erwachst, verschwindest du – und damit die Welt. Das ist alles. Was bleibt, ist der unendliche Spieler im unendlichen Spiel: ewiges Werden im Gewahrsein, dass nie etwas gewesen ist, als das zu sich selbst zurückgekehrte (Nicht-)Selbst, das weiß, das es aus sich selbst herauszufallen scheinen muss, damit es mit Augen zu sehen, damit es Welten zu erfahren, damit es Existenzen zu leben scheinen kann – und das weiß, dass dies allein kraft Maya/Ego möglich ist.

“Jedes Ich, das sich ausspricht, ist eine Rolle.”

Max Frisch

Schon jedes Ich, das sich denkt, ist eine Rolle. Jedes Ich ist ausgedacht, jeder Körper ein ausgedachtes Kostüm, jede Welt ein ausgedachter Maskenball. Wo eine Welt äußerer Autoritäten ausgedacht wird, da denkt sich ein ausgedachtes Ich eine auf Macht gebaute Welt aus und generiert damit zwangsläufig Ohnmacht. Es geht schon damit los, dass sich eine Kausalität ausgedacht wird, in der Ursachen zwangsläufig definierte Wirkungen haben – was natürlich darauf hinausläuft, dass keine Welt der Freiheit und Freiwilligkeit gesehen und generiert wird, sondern eine Welt der Folgerichtigkeit, des Zwanges, in der das Machtgefälle von der letzten Ursache (dem Allmächtigen) steil bergab geht bis hin zu den ohnmächtigsten (den niedersten) Geschöpfen.

Hat sich das Ich einmal seiner fatalen Logik entsprechend in diesem unerträglichen Maße selbst erniedrigt, sucht es natürlich nach logischen Erklärungen für diese Erniedrigung. Und so denkt es sich vielleicht einen ersten Sündenfall aus, oder vielleicht einen höheren Sinn, den jener Allmächtige verfolgt, und so denkt es sich fortan alle Schöpfung jenem Sinn untergeordnet – und so sieht und generiert es keine Welt des Spiels, sondern eine eben jenem Sinn untergeordnete Welt, eine Welt der Wichtigkeit. Deswegen vergewaltigt es ja die Schöpfung: weil es in allem nur den Zweck, den Nutzen sieht, alles nur auf seinen Zweck reduziert und entsprechend benutzt.

Dafür ist es insofern verantwortlich, als es sich das Vergessen der spielerischen Natur des Ganzen nur ausdenkt und sich jederzeit daran zu erinneren wählen kann, dass es sich nicht nur als Ich selbst ausdenkt, das alle Welt nur imaginiert, sondern dass es Maya/Ego selbst zu eben diesem Zweck erschaffen hat – und zwar zu seinem eigenen Vergnügen.

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