Bauch und Gesicht mit Schokolade beschmiert: 2jähriger Rassist auf Bewährung verurteilt

Stuttgart. – Zum 1. Januar ist das reformierte Gesetz zur Strafmündigkeit in Kraft getreten, nun steht zum ersten Mal ein Kind unter 14 Jahren vor Gericht: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart beschuldigt den 2jährigen MIkael W. der rassistischen Diskriminierung.

In den sozialen Medien waren vor einigen Wochen Fotos des Jungen aufgetaucht, auf denen der Junge mit von dunkler Schokolade beschmierter Haut zu sehen gewesen war. 

Die Fotos hatten einen weltweiten Shitstorm ausgelöst. Letzte Woche dann reagierte die Staatssicherheit und führte eine Razzia im Haus der Familie durch. Dabei wurden neben Handys und Computern auch sieben Tafeln dunkle Schokolade sichergestellt. 

Vor Gericht zeigten sich die Eltern von Mikael W. uneinsichtig: “Er hat doch nur Quatsch gemacht.”

Indes entlastete auch der farbige Nachbar der Familie W. den Jungen: “Die W.’s sind nicht rassistisch, wirklich nicht. Sie grüßen immer freundlich. Unsere Kinder spielen öfter miteinander. Es sind nette Leute.”

Im Schlussplädoyer betonte die Staatsanwaltschaft noch einmal die Schwere der Schuld und beantragte 2 Jahre Kindeshaft. Die Verteidigung forderte Freispruch. Gestern dann das Urteil der Kammer: 18 Monate auf Bewährung für Mikael W. und ein lebenslanges Verbot dunkler Schokolade für die ganze Familie.