Das Wort zum Sonntag

Aus geistig-spiritueller Sicht geht es in dieser Traumwelt vor allem darum, Ignoranz zu erlauben. Einschließlich aller Konsequenzen. Die pandemische Verbreitung von Ignoranz gehört im Kali Yuga einfach dazu.

In manchen Zeiträumen erleben wir den Aufstieg einer hochentwickelten Spezies – hier erleben wir den Abstieg.  Wachsende Gier, Dummheit und ethische Verkommenheit mit entsprechende Krisen und Kriegen aller Art unter Zerstörung des Miteinanders und der Umwelt  sind nur Symptome. Typische Symptome zwar, aber nur Symptome. Ausdruck und unvermeidliche Folge der absoluten Herrschaft von Maya/Ego über relativ lange Zeit hinweg.

Denn ein Zeitalter der Täuschungen und Lügen kann ja nur entstehen, wo die Wahrheit die Menschen nicht mehr die Bohne interessiert. Wo das Selbst so entstellt ist, dass die natürliche Sehnsucht nach Wahrheit verschwunden ist. Beziehungsweise gänzlich pervertiert. Der Kontrolle von Maya/Ego gänzlich unterworfen. Und damit zum Instrument der Selbsttäuschung mutiert.

Vielleicht einer unter zehntausend Menschen entwickelt in einer Welt wie dieser die innere Kraft, über das konditionierte Selbst hinaus in sein authentisches Selbst hinein zu wachsen. Und einen unter hunderttausend zieht es noch weiter, über das authentische Selbst hinaus, hinein in die Selbstauflösung, hinein in die Wahrheit.

Einer unter einer Millionen kommt tatsächlich dort an und sieht Maya von Angesicht zu Angesicht. Und erkennt die Welt als Spiel mit sich selbst. Einschließlich Maya/Ego, den großen Widersachern der Wahrheit. Es sind Widersacher im Spiel,  Mayas zeitweiliger Triumph und der damit verbundene Abstieg einer ganzen Spezies samt ihrer Welt – all das ist Schöpfung und Zerstörung im Spiel. 

Eine einmalige Erfahrung ist es, die nur das Kali Yuga bietet. Eine zumehmend schreckliche Erfahrung, zugegeben. Aber perfekt. Höllische Perfektion, die wir der Tatsache verdanken, dass wir mit Maya/Ego einen würdigen Widersacher der Wahrheit erschaffen haben.  

“Nichts Wirkliches kann bedroht werden. Nichts Unwirkliches existiert. Hierin liegt der Friede Gottes.”

Ein Kurs in Wundern

Und Gott, das bist du.  Und das Wirkliche, das ist die Wahrheit, das ist die Liebe, die dem ewigen Spiel zugrundliegt.  Und die Hölle der Ignoranz, die wir in diesem Zeitenraum erfahren dürfen, das ist das Unwirkliche. Indem du den Menschen ihre Ignoranz, Gier und Dummheit, indem du dieser Traumwelt ihre dystopische Essenz erlaubst, erlaubst du also nur dem Unwirklichen, zu existieren zu scheinen – auch dort noch, wo es als Hölle daherkommt.