
Wie zuvor der Versuch der Buchdruck-Finanzierung durch Vorbestellungen ist nun auch das Abonennten-Modell des Verlierer Verlags gescheitert, es bestand keinerlei Interesse. Im Forum herrscht ebenfalls tote Hose.
Die Menschheit ist einfach eine komplett selbstentfremdete Spezies. Kommunikation und Introspektion der Art, wie sie hier angeboten wird, sollte eigentlich völlig natürlich sein, geistige Wesen natürlicherweise anziehen wie die Motten das Licht.
Der Mensch hat mit seiner geistigen Natur aber nichts mehr zu schaffen, er ist jetzt im Verstand zuhause. In dessen Version der ‘Wirklichkeit’. Und damit auch in dessen Version der eigenen, der Selbstwirklichkeit. Da bewegt sich nicht mehr viel. Und wenn, dann aus einer Dynamik heraus, die aus dem Schach als “Zugzwang” bekannt ist. Mit Bewegung infolge echter innerer Führung hat es nichts zu tun.
Die eigene innere Stimme hören zu wollen ist eben überhaupt nicht selbstverständlich. Die Menschheit will sie nicht hören, sie setzt im Gegenteil alles daran, dass du keine eigene Stimme hast und auch niemals eine findest. Die Gründe dafür hat Nick Williams gut formuliert:
”Wir leben nicht wirklich, wir spielen nur Leben – wir spielen das Leben in der sterilen Sicherheit des gesellschaftlichen Spiels. Es ist im Grunde nur Theater. Diejenigen von uns, die der Realität am stärksten ausgesetzt sind, sind natürlich diejenigen, die sich am unteren Ende dieser Pyramide befinden – wir sind hier allen ausgeliefert, weil wir keinerlei Macht besitzen. Wir genießen auch keinen Respekt, denn die Menschen respektieren nur Macht. Es ihnen egal, was mit jenen geschieht, die im „Spiel versagt“ haben. Sie blicken auf sie herab. Sie spielen keine Rolle – sie haben keine Stimme, und das ist eine andere Art zu sagen, dass sie „bedeutungslos“ sind.
Je mehr Macht wir haben, desto besser können wir uns vor allem schützen, was uns widerfahren könnte und was wir nicht wollen (mit anderen Worten: Je mehr Macht wir haben, desto weiter sind wir von der tatsächlichen Realität entfernt). Daraus ergibt sich eine der großen Ironien des Lebens: Diejenigen von uns, die der Realität ausgesetzt sind und daher etwas zu sagen hätten, haben keine Stimme. Während diejenigen von uns, die an der Spitze stehen (in der „Eliteposition“), völlig von der Realität abgekoppelt sind, werden sie gerade deshalb zu denjenigen, denen wir zuhören, zu denjenigen, denen die Stimme der Autorität verliehen wird – die privilegierte Stimme der Macht…”
Die Menschen kapieren einfach nicht, dass es nichts mit ihrer eigenen Stimme zu tun hat, wenn sie im Rahmen ihres Facebook- oder Twitter-Profils ihr Sternzeichen teilen und ihre Meinung kundtun. Sie wissen nicht einmal, wo die eigene Stimme anfängt. Wo das eigene Leben anfängt. Wer und was sie jenseits der Bühne überhaupt sind.
Dabei wird es da ja erst spannend. Am unteren Ende der Pyramide, da, wo niemand mehr hinsieht, wo niemand mehr zuhört, da beginnt das Leben erst. Abseits des Theaters der Menschheit, dort, wo niemals jemand etwas investiert, weil dort niemand irgendeinen Wert vermutet, da beginnt die Wirklichkeit.