
Keine Frage, meine Sozialisation zum funktionierenden Bürger ist kläglich gescheitert. Funktioniert hat indes, mit der Zeit eine Weltkarte des Wahren, des Schönen und des Guten zu denken.
Wenn ich an Ungarn denke, höre ich nicht Orbans Reden, sondern lausche Bela Hamvas Worten. Nicht Putin, Dostojewski ist für mich die Stimme Russlands. Die Essenz Indiens repräsentieren für mich die Augen Ramana Maharshis und die Wandermönche am Fuße seines geliebten Berges Arunachala.
Suzuki Roshi ist meine Stimme Japans, Lao Tzus Tao der Weg in Chinas wahres Herz. Die USA verbinde ich mit indianischer Weisheit und Walt Whitman, Mexiko mit den Schamanen von Yucatan. Das Antlitz Perus steigt für mich aus den Ayahuasca-Zeremonien von Iquitos empor, und wenn ich Pablo Nerudas Gedichte lese, dann sehe ich das Gesicht Chiles.
Meine Landkarte umfasst fast alle Länder. Nur das, was die Länder heute sind, das umfasst die Karte nicht. Mit der heutigen Welt habe ich keine Berührung. Ihre Menschen sind mir fremd. So fremd, wie sie zu ihren Zeiten allen der genannten Fackelträger waren. Das macht aber nichts, denn es gibt dort draußen keine Welt. Die Welt ist in dir. Du lebst von jeher in deinem eigenen Kosmos. Was ihn ausmacht, worauf er gründet, womit du ihn nährst, das entscheidet, wohin er dich trägt.